Leadership und New Work - trainconsulting bei Xing NWX 2018

Der Themenbogen der Xing NWX 2018 zeigt es deutlich: Die Entwicklungen aus Digitalisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz sind mitten in unser aller Arbeitsleben angekommen. Das „Neue“ ist bereits beobachtbar – auch in der Führung von Organisationen. In diesem Zusammenhang wird oft vor allem der Wegfall von x% von Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt gestellt und zu Recht als bedrohlich empfunden.

In der Hamburger Hafencity wurde die Thematik originell, kontrovers und insgesamt mit viel Zuversicht diskutiert. Viele Workshop- und Diskussionstitel betrafen Führung in Organisationen: Leadership 4.0, Female Shift, Co-Creation, Beyond Holacracy, Selbstmanagement statt Hierarchie und viele mehr. Die Reise auf der Suche nach Antworten auf Leadershipfragen führt über viele Abzweigungen und Stationen.

Für Berufe und Tätigkeiten, die mit Kreativität und Empathie zu tun haben, wird es Menschen brauchen. Nicht mehr neu. Aber denken wir es durch, ist die Konsequenz daraus faszinierend: Vieles, was mit körperlicher Arbeit zu tun hat, können Maschinen übernehmen. Alles was sich in Logarithmen abbilden lässt – wie standardisierte Prozesse – ebenfalls. Provokant spannend dazu Prof. Richard David Precht. Was bleibt? Menschen können sich auf Inhalte, Themen, Tätigkeiten konzentrieren, die sie wirklich wollen. Wie visionär war Frithjof Bergmann! Zu sehen und zu hören zum Beispiel auf: https://www.youtube.com/watch?v=29IoGFD86QM (Xing NWX 2017)

Dass dies mit Annahmen verbunden ist, dass wir alle weniger arbeiten werden oder die Diskussion über Grundeinkommen an Fahrt gewinnt, zeigt, dass sich die New Work Diskussion bereits einige Schritte weiterbewegt hat.

Auch Götz W. Werner, Gründer von dm-Drogerie Markt, brachte es auf den Punkt: Nur was wir träumen, können wir denken, nur was wir wollen, sollten wir tun. Denken wir selbst oder folgen wir einer Ideologie? Mit seinem Credo „Der Mensch ist nie nur Mittel, immer auch Zweck“ macht er den Unterschied zu einem mechanistisch geprägten Führungsverständnis mehr als deutlich.

Wenn wir von Paradigmenwechseln in der Führung sprechen und über Zukunftsbilder von Führung nachdenken, wäre das doch eine lohnende Fingerübung in Selbstbeobachtung: Wie begegnen wir gerade in diesem Moment einem Kunden, einer Mitarbeiterin oder Kollegin... als Mittel oder auch als Zweck?

Wenn Führungskräfte diese Haltung für sich entdecken, ist ein „von oben nach unten“ gar nicht mehr denkbar. Statt angewiesen oder vorgegeben wird ausgetauscht, verhandelt oder im Dialog eine Lösung erarbeitet.

Naiv? Rosarote Brille? Mitnichten!

Start ups und Vorreiterunternehmen machen es vor: Transparente Gehaltsdiskussionen, Aufgabenverteilungen, die den Stärken der MitarbeiterInnen folgen oder in Wirkung statt in Anwesenheit zu denken bringen unternehmerischen Erfolg.

Und die Jungen? Sie sind Teil des neuen Paradigmas: Engagement, wenn sie überzeugt sind, neue Haltungen zu Arbeit und Einkommen. Führungskräften gelingt es immer besser, in Situationspotenzialen zu denken, anstatt den Verlust der alten Werte zu beklagen. Vielleicht schauen wir uns ja auch gern ein wenig von diesem freieren und selbstbestimmten Zugang ab. In der Führung und im Leben.

Wer mehr über die Xing NWX nachlesen möchte – ein kurzes persönliches Summary gibt´s zum Beispiel bei David Hirsch: https://medium.com/@davidhirsch/new-work-experience-2018-5751f69b4f3a

Susanna Achleitner

Susanna Achleitner

Organisationsberaterin, Führungskräftecoaching zu Leadership und Change, langjährige Erfahrung als Führungskraft, Expertin für Learning & Development
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